Ortsentwicklung/Geschichte

  • Maßstäbliche Ortsentwicklung im Einklang mit der historischen Ortsstruktur
  • Verdichtung in den Ortskernen geht vor Ausweisung neuer Baugebiete, Schutz vor Zersiedelung
  • Entwicklung eines Verkehrskonzeptes
  • Pflege der Ortsbilder
  • Schutz der Bau- und Bodendenkmäler
  • Grünplanungen an den Ortsrändern, insbesondere im gewerblichen Bereich

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29.03.2026: Hausnamen Projekt

Bei der Präsentation des ersten Hausnamenschildes in Leeder vor dem Anwesen der Familie Krammer in der Hauptstraße dabei waren (von links) Waltraud Nirschl, Reinhard Fried, Irina Krammer, Dr. Walter Reitler, Werner Krammer, Wolfram Ruoff und Günther Kraus.

Foto: Andreas Hoehne

Wie der „Lippenbauer“ zu seinem Namen kam

Ortsgeschichte: In Fuchstal werden 120 Hausnamen wieder lebendig.

Nach mehreren Jahren vor dem Abschluss steht ein Projekt, das Wolfram Ruoff aus Leeder zusammen mit seinem verstorbenen Freund, dem Historiker Professor Stefan Winghart aus Asch angestoßen hatte. Ziel war es, mit dem Anbringen von Tafeln an den ortsbildprägenden Gebäuden in Asch, Leeder und Seestall die aus der bäuerlichen und handwerklichen Struktur entstandenen und zum Teil immer noch gebräuchlichen Hausnamen allgemein sichtbar zu machen und zu erhalten.

Bei der Verwirklichung dieses Das Vorhabens wurde Ruoff von mehreren Ansprechpartnern in den Gemeindeteilen unterstützt, allen voran dem Leedrer Ortschronisten und Altbürgermeister Franz Xaver Haibl, der mit seinem zusammen mit Juliane Nieberle verfassten Häuserbuch für Leeder entscheidende Vorarbeit geleistet hatte. In Asch waren es Waltraud Nirschl und Reinhard Fried, in Seestall Günther Kraus und Dr. Walter Reitler, die den weiteren Kontakt zu den Hauseigentümerinnen und Eigentümern herstellten. Kraus und Haibl forschten im Staatsarchiv Augsburg, wo sie in den Grundbüchern die historischen Hausnamen ermittelten. Für Asch und Leeder wurde Franz Xaver Haibl auch in den Unterlagen der Flurbereinigung fündig.

Die in Frage kommenden Hausbesitzer wurden zudem durch die Gemeinde Fuchstal angeschrieben. Sie erhalten die schlicht gehaltenen rechteckigen Emailleschilder, die neben dem historischen Hausnamen die aktuelle Nummer der Postanschrift tragen, kostenlos, haben sich aber im Vorfeld bereit erklärt, sie auch anzubringen.

Zum Teil hätten die Hausnamen einen kuriosen Ursprung, wies Wolfram Ruoff bei der Präsentation der ersten Tafel in Leeder hin. Denn so habe ihm der Ururenkel des „Lippenbauers“ berichtet, dass sein Vorfahr seinen Beinamen seiner großen Erzählfreude zu verdanken hatte. Bei der Koordinierung des Projektes tätig war das Bürgerforum Buntes Fuchstal, das sich mit einer Spende von 1000 Euro an den Kosten beteiligte. Weitere 2500 Euro flossen als Zuschuss der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Heimat Lechrain, den Restbetrag von knapp 4400 Euro übernahm dank der Zusage von Bürgermeister Erwin Karg die Gemeinde Fuchstal. Die Schilder sollen im April eintreffen und dann im persönlichen Gespräch übergeben werden.

13.05.2023: Radeln in die Vergangenheit (Termin verschoben, findet vrsl. im Herbst statt)

Dorfspaziergänge

21.05.2023: Heimaterlebnistag in Leeder

24.05.2022: Historischer Dorfspaziergang in Leeder

09.08.2020: Spaziergang durch die Dorfstraße in Asch

Trotz Sommerhitze stieß der erste der vom Bürgerforum Buntes Fuchstal geplanten Ortsspaziergänge am vergangenen Sonntag auf große Resonanz: 31 Fuchstaler*innen hatten sich angemeldet, weitere Interessierte mussten Corona-bedingt leider abgewiesen werden. Der Historiker und Denkmalpfleger Stefan Winghart aus Asch hatte viele interessante Details über die Häuser in der Dorfstraße zu erzählen. Da auch einige „Alteingesessene“ dabei waren, wurden seine Berichte mit vielen interessanten Zusatzinformationen ergänzt.

Asch, der älteste Ort im Fuchstal, lässt einen tief in die Vergangenheit eintauchen: Der älteste Hof – Nr. 47, datiert auf das Jahr 1576 – steht leider schon seit 60 Jahren leer. Sogar noch älter ist die Kirche St. Johann Baptist. 1241 wurde bereits ein Pfarrer genannt. Stefan Winghart erklärte, dass die Kirche „schuld“ ist, dass er als Münchner in Asch hängengeblieben ist. Vor 40 Jahren hatte er den Auftrag, archäologische Grabungen durchzuführen, dabei wurden Hinweise auf eine frühmittelalterliche Holzkirche aus dem 7./8. Jahrhundert entdeckt. Für das Landsberger Tagblatt hatte damals die ihm bis dahin nicht bekannte Ascher Redakteurin Evi Baumeister berichtet, die etwas später seine Ehefrau wurde.

Dore Müller, die Besitzerin eines historischen Kleinbauernhofs aus dem 17. Jahrhundert, hat die Spazierrunde zu kühlen Getränken in ihren schönen schattigen Bauerngarten eingeladen. Dabei zeigte sie Fotos, wie heruntergekommen ihr Hof vor 40 Jahren war, als sie ihn übernommen hatte. Ihre behutsamen, in Eigenregie durchgeführten Restaurierungen haben das historische Gebäude gerettet. Es wurde eifrig diskutiert, wie der besondere Charme der Dorfstraße erhalten werden kann. Es waren sich alle einig, dass sich Neubauten harmonisch in das Straßenbild einfügen sollten. Gut gelungen ist das mit dem vor einigen Jahren gebauten barrierefreien Wohnhaus in der Dorfstraße 30.